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Wissenswertes über den menschlichen Körper

Die Lymphknoten

Lymphknoten

1. Zuordnung
Die Lymphknoten gehören zu den lymphatischen Organen. Diese spielen eine bedeutende Rolle für das Immunsystem und für dessen Abwehrmechanismen. Die lymphatischen Organe werden in primäre und sekundäre lymphatische Organe unterteilt. Das rote Knochenmark und der Thymus sind dabei den primären Organen zugehörig. Die Lymphknoten zählen wie die Milz, die Mandeln und die Lymphfolikel zu den sekundären lymphatischen Organen.

2. Form und Aufbau
Die Lymphknoten sind nierenförmige oder runde Organe mit einem Durchmesser von circa einem Zentimeter. Jeder Lymphknoten ist von einer Kapsel aus Bindegewebe umgeben. Jeder Lymphknoten verfügt über mehrere hineinführende Lymphgefäße sowie einem wegführendem Lymphgefäß. Im Lymphknoten liegen Lymphfolikel. Diese Folikel sind knotenförmig und etwa einen Millimeter groß.

In ihnen sammeln sich die sogenannten Lymphozyten. Die Folikel sind hauptsächlich für die Vermehrung dieser Lymphozyten verantwortlich. Die Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen, diese sind wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern.

3. Aufgaben
Lymphknoten haben unterschiedliche Funktionen. Hauptaufgabe der Lymphknoten ist die Filterung der Lymphe. Zellen und schädliche Stoffe werden dazu zurückgehalten und vernichtet. Bei einem Kontakt des menschlichen Körpers mit einem Antigen werden im Lymphknoten vermehrt Lymphozyten hergestellt. Antigene sind Stoffe aus der Umwelt, wie zum Beispiel Allergene, auf die das Immunsystem Antikörper bilden kann. An Antigene binden neben Antikörpern auch bestimmte Lymphozyten-Rezeptoren.

Neben der Produktion von Lymphozyten sind die Lymphknoten also auch die Hauptorte für phagozytotische Aktivitäten. Die Phagozytose ist die Aufnahme von fremden Stoffen in eine Zelle. Fremdmaterial, Mikroorganismen und andere schädliche Zellen können somit unschädlich gemacht werden.

In den Lymphknoten wie auch in allen anderen lymphatischen Organen werden Lymphozyten produziert. In den Lymphknoten werden neben B- und T-Lymphozyten auch Abwehrzellen aktiviert und gespeichert.

4. Das lymphatische System
Die Gesamtheit des lymphatischen Systems hat die Aufgabe, die Lymphflüssigkeit aus den Körpergeweben aufzusammeln. Das Netzwerk aus Gängen und Gefäßen transportiert die Lymphe zum Herzen. Dort vermischt sich die Lymphflüssigkeit mit Blut und wird dann wieder zurück in dasselbe Gewebe gepumpt.

5. Die Lymphflüssigkeit
Die Lymphe, auch Lymphflüssigkeit genannt, sind eine zirkulierende Körperflüssigkeit die unter anderem essenziell für die Abwehrreaktion des menschlichen Körpers sind. Lymphflüssigkeit stammt aus Geweben und dem Blut und sammelt sich in Zwischenräumen im ganzen Körper an. Aus diesen intrazellulären Räumen bewegt sich die Lymphe kontinuierlich in alle Gefäße des lymphatischen Systems.

Die Lymphflüssigkeit wird über kleine Kapillaren in größere Gefäße transportiert. Diese Gefäße münden in zwei große Gefäße, den sogenannten Milchbrustgängen. Sie werden auch Ductus thoracicus genannt und münden in eine Vene in der Nähe des Herzens. Der linke Milchbrustgang ist größer als der rechte. Er transportiert den größten Anteil der Lymphflüssigkeit aus den unteren Körperbereichen. Die Lymphflüssigkeit wird über dieses Gefäßsystem zurück in das Blut und das Kreislaufsystem gebracht.

Wie das Blut auch, wird die Lymphe durch Atembewegungen und Kontraktion von Skelettmuskulatur in Richtung des Herzens gepumpt.

In den Blutgefäßen herrscht ein stätiger, sogenannter hydrostatischer Druck. Der Druck in den Kapillaren führt zu einem Flüssigkeitsaustritt. Ein Teil dieser Flüssigkeit wird durch den sogenannten kolloidosmotischen Druck zurückgezogen, der verbleibende Teil ist die Lymphe.

6. Funktionsweise
Am Tag werden circa zwei bis drei Liter Lymphe gefiltert. Die Lymphknoten sitzen an vielen Stellen entlang der Lymphgefäße. Während die Lymphflüssigkeit durch das Gefäßsystem läuft, erkennen Lymphozyten in den Lymphknoten fremde Zellen und Moleküle, die sich im menschlichen Körper und somit in der Lymphe befinden.

In dem Moment, in dem die Lymphknoten die Zellen und Moleküle erkennen, kommt es zu einer Antwort des Immunsystems. Die Lymphknoten schützen durch die Phagozytose dieser Fremdstoffe den menschlichen Körper vor der Besiedelung mit schädlichen Stoffen und vor Infektionen.

Lymphknoten sind für ein bestimmtes Areal im menschlichen Körper zuständig. Diese Lymphknoten werden regionäre Lymphknoten genannt. Sie erhalten aus einer bestimmten Region bzw. aus einem bestimmten Organ als erste die Lymphflüssigkeit. Zu den wichtigsten Regionen für Lymphknoten zählen unter anderem die Stellen am Kopf, hinter dem Ohr, am Unterkiefer, am Kinn, am Nacken, am Bauch, in der Achselhöhle, an der Bauchwand, entlang der Halsgefäße und im Brustraum.

7. Erkrankungen
7.1 Pathologische Lymphknotenschwellung
Wenn in einer bestimmten Region eine Entzündung vorliegt, kommt es zu einer vermehrten Bildung von Lymphozyten. Ursache dafür können Atemwegsinfektionen oder Viruserkrankungen wie das Pfeiffer’sche Drüsenfieber sein. In Folge dessen schwellen die Lymphknoten stark an.

Mediziner sprechen in diesem Fall von einer sogenannten krankhaften Lymphknotenschwellung, auch Lymphadenopathie genannt. Diese kann sehr schmerzhaft sein. Das Gebiet, das vor den geschwollenen Lymphknoten liegt, muss als Krankheitsort definiert und behandelt werden.

7.2 Krebs an den Lymphknoten
Auf ähnlichem Weg bilden Krebszellen Metastasen an Lymphknoten. Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome sind Krebsarten die direkt Lymphknoten angreifen.

Bei dem Hodgkin-Lymphom liegt ein bösartiger Tumor am Lymphsystem vor. Neben schmerzhafter Schwellung der Lymphknoten sind Symptome wie massiver Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust und unerklärliches Fieber möglich. Die Behandlung dieser Erkrankung setzt sich häufig aus einer Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie zusammen. Das Hodgkin-Lymphom ist heutzutage auch in fortgeschrittenen Stadien meist gut therapierbar.

Das Non-Hodgkin-Lymphom ist eine Bezeichnung für bösartige Erkrankungen im lymphatischem System. Ein Ausschlusskriterium ist Morbus Hodgkin. Die Krankheiten die unter dieser Bezeichnung zusammengefasst sind, sind sehr unterschiedlich und daher auch in ihrer Charakteristik und der Behandlung stark schwankend. Non-Hodgkin-Lymphome können heutzutage oftmals mit der Aussicht auf komplette Heilung behandelt werden.

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