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Wissenswertes über den menschlichen Körper

Der menschliche Darm

Dickdarm und Dünndarm

Der Darm, in der Fachsprache Intestinum genannt, stellt bei menschlichen Organismen den bedeutendsten Abschnitt des Verdauungstrakts dar. Beginnend am Magenpförtner erstreckt er sich bis zum Afterausgang und besitzt eine Länge von 5,5–7,5 Metern, wobei seine Oberfläche dank der feinen Darmzotten etwa 32 Quadratmeter umfasst.

Dem Darm vorangestellt sind Magen, Speiseröhre und Mundhöhle, die ebenso zum Verdauungstrakt gehören. Die Verdauung beginnt mit dem Zerkleinern des Nahrungsbreis im Mund und endet mit der Ausscheidung des verdauten, nährstoffarmen Stoffwechselendproduktes am After.

Innerhalb des Darmes befinden sich eine Vielzahl von Mikroorganismen, die für den Verdauungsvorgang notwendig sind. Diese bilden die sogenannte Darmflora.

Der Darm wird in zwei große Abschnitte unterteilt, den Dünndarm und den Dickdarm, wobei jeder dieser Hauptbereiche wiederum in drei Unterabschnitte aufgeteilt wird.

Der Dünndarm (Intestinum tenue)

Der Dünndarm schließt an den Magen an und mündet in den Blinddarm. Er besitzt eine durchschnittliche Länge von 2,5–3,5 Metern und erfüllt den wesentlichen Teil der Verdauungsarbeit.

Er stellt das größte Abwehrorgan des Organismus dar, da 80 % der Zellen unseres Immunsystems in diesem Teil des Verdauungstrakts ansässig sind. Der Dünndarm wird in drei unterschiedlich lange Abschnitte gegliedert:

  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)

Der Zwölffingerdarm ist etwa 30 Zentimeter lang und C-förmig. Er beginnt am Magenpförtner und endet an der Flexura duodenojejunalis (Zwölffingerdarm-Leerdarm-Krümmung). Anatomisch ist er im Bereich des Oberbauches gelegen (retroperitoneal).
Jejunum und Ileum liegen im Unterbauch (intraperitoneal) und werden vom Dickdarm eingegrenzt. Die Grenzen zwischen diesen beiden laufen fließend ineinander.

Der gesamte Dünndarm ist von einer durchgängigen Schleimhaut ausgekleidet. Diese Dünndarmschleimhaut zeichnet sich durch besondere Kennzeichen aus, welche im Folgenden näher erläutert werden. Sie besitzt feststehende Ringfalten (Plicae circulares).

Die gesamte Schleimhaut ist besetzt von sogenannten Zotten (Villi intestinales). Diese sind kleine Fortsätze der Ringfalten, in deren Inneren sich Blutkapillare und ein zentral gelegenes Lymphgefäß befinden. Die längs angeordneten, glatten Muskelzellen haben die Aufgabe die jeweilige Zotte zu verkürzen, wodurch Blut und Lymphflüssigkeit mit den resorbierten (aufgenommenen) Nahrungsstoffen ausgepresst werden. Die Anzahl der Ringfalten und der Zotten nimmt im Verlauf des Dünndarms ab. Im letzten Teil des Ileums fehlen sie vollständig.

Die Vertiefungen zwischen den einzelnen Zotten werden als Lieberkühn’sche Krypten bezeichnet. Hier befinden sich die Ausführungsgänge der Drüsen der Dünndarmschleimhaut.
In den tiefen Bereichen der Schleimhaut befinden sich Lymphknötchen, die zu Abwehrzwecken dienen.

Im absteigenden Teil des Duodenums befindet sich die Papilla duodeni major (große Zwölffingerdarmpapille). Hier sind die Einmündungen des Hauptgallenganges (Ductus choledochus) und des Bauchspeicheldrüsenganges (Ductus pancreaticus) ansässig.

Die sezernierende und resorbierende Oberfläche des Dünndarms misst etwa 100 Quadratmeter und wird durch die Ringfalten, deren Zotten und durch die Mikrovilli der einschichtig angeordneten Zylinderepithelzellen (Bürstensaum) dreifach vergrößert.
Die Gefäßversorgung des Dünndarms erfolgt durch die obere Gekrösearterie (Arteria mesenterica superior) und die Mesenterialvenen (Vena mesenterica superior / inferior), welche das Blut in die Pfortader (Vena portae) leiten.

Die Nervenversorgung des Dünndarms wird hauptsächlich von zwei Geflechten des Parasympathicus (Teil des vegetativen Nervensystems), die in der Darmwand liegen, reguliert. Diese sind der Plexus submucosus (Meissner’scher Plexus) und der Plexus myentericus (Auerbach’scher Plexus), der zwischen der äußeren Längsmuskulatur und der inneren Ringmuskulatur liegt.
Der Dünndarm ist mittels Mesenterium an der hinteren Bauchwand befestigt, über dessen Wurzel sämtliche Versorgungsbahnen des Dünndarms laufen.

Der Dickdarm (Intestinum crassum)

Der Dickdarm umgibt die zentral gelegenen Dünndarmschlingen des Unterbauches wie ein Rahmen. Seine Gesamtlänge beträgt zwischen 1,20–1,50 Meter und schließt an den Dünndarm an.
Wie auch der Dünndarm, wird der Dickdarm in drei Abschnitte gegliedert, nämlich den Blinddarm mit Wurmfortsatz, den Grimmdarm und den End- beziehungsweise Mastdarm.

Der Blinddarm (Caecum) ist der blind beginnende, sieben Zentimeter lange, erste Hauptabschnitt des Dickdarms. Er ist im rechten Unterbauch unterhalb der Einmündung des Ileums gelegen. An dieser Einmündungsstelle des Ileums in den Dickdarm liegt die Krummdarm-Blinddarm-Klappe (Valva ileocaecalis). Sie wird auch als Bauhin’sche Klappe bezeichnet und dient als Ventil zwischen den Darmabschnitten. Ihre Hauptaufgabe ist die Verhinderung des Rückflusses des Nahrungsbreis und damit des Übertrittes von Bakterien in den Dünndarm.

Der sogenannte Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) ist ein Anhang des Blinddarms, der etwa acht Zentimeter lang ist und keinerlei Verdauungsfunktionen erfüllt, sondern zu den lymphatischen Organen gehört. Bei Entzündungen des Wurmfortsatzes (Appendicitis) entstehen starke Druckschmerzen im Bereich des Blinddarms beziehungsweise am McBurney-Punkt (schräg rechts unterhalb des Bauchnabels).

Der Grimmdarm (Colon) ist mit circa einem Meter der längste Abschnitt des Dickdarms und zwischen Blinddarm und Mastdarm gelegen. Das Colon umgibt den intraperitonealen Teil des Dünndarms rahmenförmig und wird in vier Abschnitte gegliedert:

  • der querverlaufende Grimmdarm (Colon transversum)
  • der aufsteigende Grimmdarm (Colon ascendens)
  • der absteigende Grimmdarm (Colon descendens)
  • der S-förmige Grimmdarm (Colon sigmoideum)

Der Grimmdarm kann durch folgende äußerliche Merkmale erkannt werden:
Er besitzt Tänien (Taeniae coli). Dabei handelt es sich um drei circa einen Zentimeter breite, deutlich sichtbare Längsmuskelbündel.
Des Weiteren besitzt er die Haustra. Dies sind die zwischen den Tänien liegenden Aussackungen. Sie werden häufig als Schöpfeimer bezeichnet.
Zusätzlich ist das Colon an den Fettanhängseln zu erkennen. Hierbei handelt es sich um unterschiedlich große, mit Fett gefüllte Ausstülpungen der Darmwände.

Der 10–15 Zentimeter lange Mastdarm (Rektum) folgt in seinem Verlauf der Kreuzbein-Steißbein-Krümmung und liegt als einziges Verdauungsorgan im dorsalen (rückenwärts gelegen) Beckenbereich und wird in zwei Abschnitte gegliedert:

Die Mastdarmampulle (Ampulla recti):
Die Mastdarmampulle ist ein stark erweiterungsfähiger Abschnitt des Rektums und dient als Speicherorgan. Sie enthält drei quer verlaufende, feststehende Schleimhautfalten (zwei rechts, eine links), von denen die linke (Kohlrauschfalte) circa sechs Zentimeter vom Anus entfernt liegt.

Der Analkanal (Canalis analis):
Der Anakanal schließt ab der Biegung des Rektums ohne scharfe Grenze nach vorn an die Ampulla recti an und endet mit dem Anus (Öffnung an der Haut). Die Schleimhaut in diesem Bereich besitzt zwischen acht und zehn Längsfalten, zwischen denen die Afterbuchten (Sinus analis) liegen. Außerdem ist die Schleimhaut nah am Anus in der sogenannten Hämorrhoidialzone mit Venengeflechten unterpolstert (Plexus venosus rectalis / Plexus haemorrhoidalis).

Das Rektum besitzt im Unterschied zum Colon keinerlei Organellen (Tänien), dafür aber eine Vielzahl schleimproduzierender Becherzellen.
Am Ende des Dickdarms befindet sich der Afterverschluss. Dieser Verschluss geschieht durch zwei ringförmige Schließmuskeln und einen Schwellkörper. Der innere unwillkürliche Afterschließmuskel (Musculus sphincter ani internus) besteht aus glatter Muskulatur, während der äußere willkürliche Afterschließmuskel (Musculus sphincter ani externus) aus quergestreiftem Muskelgewebe besteht. Der Schwellkörper ist wie ein Ring direkt vor dem After gelegen und wird vom Venenplexus gebildet. Kommt es zur Kontraktion der Schließmuskeln, wird der Blutabfluss über die Venen behindert. Die Längsfalten legen sich aneinander und verschließen den Analkanal.

Das Krankheitsbild der Hämorrhoiden bezeichnet eine knotige Vergrößerung bestimmter Abschnitte des Schwellkörpers. Leitsymptome sind hier hellrote Sickerblutungen im Bereich des Afters sowie brennender Schmerz insbesondere während des Stuhlganges.

Der Wandaufbau der Dickdarmwände entspricht im Grundsatz dem des Dünndarms. Die Schleimhaut ist hier glatt und besitzt zahlreiche Krypten in denen Schleimdrüsen ansässig sind. Im Bereich des Colons ist die ansässige Längsmuskulatur gerafft. Die so entstehenden Bandstreifen werden als Tänien bezeichnet.

Über die Schleimhaut des Mastdarms können insbesondere medikamentöse Wirkstoffe (zum Beispiel Narkotika oder Schmerzmittel) resorbiert werden. Diese Wirkstoffe gelangen über das Blut direkt zu den Wirkorten ohne die Leber passieren zu müssen, wo sie möglicherweise abgebaut werden könnten.

Funktionen des Darms

Der Darm erfüllt für den Organismus existenziell wichtige Aufgaben, wie etwa die Regulation des Wasserhaushaltes. Flüssigkeiten werden über die Darmschleimhäute den Zellen zugeführt, während überschüssiges Wasser mit dem verdauten Nahrungsbrei ausgeleitet oder über die Blase ausgeschieden wird.
Innerhalb des Darmes wird ein Großteil der Abwehrorganismen des Immunsystems ausgebildet. Sie sind unerlässlich zur Gesunderhaltung des Körpers sowie zur Abwehr viraler und bakterieller Fremdkörper und Krankheitserreger.
Außerdem produziert der Darm körpereigene Hormone und Botenstoffe, die zur Regulierung von Körperfunktionen und zur Nährstoffverarbeitung notwendig sind.

Die wichtigste Funktion des Darms jedoch ist die Verdauung und damit die Resorption von Nährstoffen (Aufnahme und Verarbeitung). Die Verdauungsvorgänge, die in Mund, Speiseröhre und Magen beginnen, erleben ihre Hauptphase innerhalb des Darmtraktes, wobei in Dünn- und Dickdarm jeweils unterschiedliche Verdauungsprozesse stattfinden:

Verdauungsvorgänge des Dünndarms

Durch die Langstreckung und starke Faltung des Dünndarms, besitzt dieser eine stark vergrößerte Oberfläche, welche die große Bedeutung für die Verdauungsprozesse erklärt.

Die Motorik des Dünndarms bewirkt unter anderem den Weitertransport des Nahrungsbreis, der durch die Peristaltik über die Bauhin’sche Klappe in den Dickdarm weitergeleitet wird. Des Weiteren ist sie verantwortlich für die Mischung des Nahrungsbreis. Dieser Vorgang findet durch Segmentier- und Pendelbewegungen des Dünndarms statt.

Außerdem bewirkt die Motorik des Dünndarms den besseren Transport von Blut und Lymphe durch „Pumpen“ der Zotten. So wird der Dünndarm besser durchblutet, wodurch eine optimale Verdauungsleistung sichergestellt werden kann.

Durch die Sekrete, die sich innerhalb des Dünndarms befinden, findet die endgültige Zerlegung der durch die Nahrung aufgenommenen Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße statt. Die Kohlenhydratverdauung in der Mundhöhle hat für die Endverdauung wenig Bedeutung, da die Menge der Verdauungssekrete im Mundspeichel sehr gering ist.

So wird zum Beispiel das wichtigste Nahrungskohlenhydrat, die Stärke, erst im Dünndarm mithilfe der Amylase des Bauchspeichels in seine Grundmoleküle zerlegt (Disaccharid Maltose). Diese Grundbestandteile gelangen nun in die Darmzellen und werden durch das Enzym Maltase in das Monosaccharid Glukose gespalten.
Nachdem das Dünndarmsekret die Nahrungsbestandteile in ihre Grundmoleküle zerlegt hat, findet deren Resorption statt.

Die mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiße werden durch die Magensalzsäure und mehrere beteiligte Enzyme über Peptidbruchstücke zu einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Die im Dünndarm gelegenen Proteinasen (zum Beispiel Chymotrypsin) des Bauchspeichels spalten die Peptidketten mehr oder weniger spezifisch in Peptidbruchstücke.
Diese werden von Peptidasen, die im Pankreas gebildet werden und im Darmsaft gelöst sind, in kleinste Peptide aufgespalten und im Anschluss von den Darmzellen resorbiert. In diesen Darmzellen erfolgt durch die dort in einer Vielzahl vorhandenen Peptidasen die weitere Spaltung der zerlegten Eiweiße bis zu den Aminosäuren.
Nach deren Resorption werden die Aminosäuren aktiv ins Blut transportiert.

Fette werden durch das Enzym Lipase vollständig hydrolytisch im Dünndarm gespalten. Zunächst werden durch die Gallensäure die wasserlöslichen Teile der Fette in feinste Tröpfchen zerlegt (Emulgierung). Durch diesen Vorgang vergrößert sich die Oberfläche, sodass nun die enzymatische Spaltung der Fette erfolgen kann. Außerdem wird nun die Pankreaslipase aktiviert, sowie die Magensaftsekretion gehemmt.
Die wasserlöslichen Fettbestandteile (Triglyceride) werden durch Lipase in Fettsäuren und Glycerol zerlegt. Diese Spaltprodukte werden nun in die Darmzellen geleitet, können aber – bis auf einige kurzkettige Fettsäuren – nicht vom Blut aufgenommen werden, da sie keine wasserlöslichen Eigenschaften besitzen. Aus diesem Grund erfolgt in den Darmzellen die schrittweise Resynthese der Triglyceride und deren Kopplung an bestimmte lipidkonforme Proteine.
Es entstehen auf diese Weise wasserlösliche Komplexe, die Lipoproteine genannt werden. Diese Lipoproteine werden medizinisch auch als Chylomikronen bezeichnet, sind resorbierbar und werden mithilfe der Lymphe abtransportiert.

Liegt eine Störung der Fettresorption vor, ist auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigt. So kann es durch einen Mangel von Vitamin K im Blut, welches normalerweise ausreichend durch die Darmflora gebildet wird, zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. Eine Störung der Fettresorption kann zum Beispiel durch verminderte Gallenproduktion, bei Lebererkrankungen oder bei Darmentzündungen entstehen.

Verdauungsvorgänge im Dickdarm

Die Hauptfunktionen des Dickdarms sind die Bildung des Stuhls (Faeces) sowie dessen Entleerung (Defäkation). Die Faeces entstehen durch weiteren Wasserentzug des in Mund, Speiseröhre, Magen und Dünndarm vorverdauten Nahrungsbreis.

So werden pro Tag circa 1000 Milliliter des vom Ileum in das Caecum kommenden Darminhaltes auf etwa 150 Milliliter reduziert. Gleichzeitig findet die Resorption von wasserlöslichen Vitaminen und Elektrolyten, die in diesem Darminhalt gelöst sind, statt.

Die Resorptionsfähigkeit des Dickdarms ist im Vergleich zu der des Dünndarms relativ gering. So werden innerhalb des Dünndarmes etwa 8500 Milliliter Wasser resorbiert, während der Dickdarm nur etwa 850 Milliliter verarbeiten kann.
Da im Dickdarm keine Fettresorption stattfinden kann, werden hierher gelangte Fette unverändert ausgeschieden (Gefahr von Fettstuhl).

Der Dickdarm ist regulär von Bakterien besiedelt (Escherichia coli, Aerobacter aerogenes und nicht pathogene Kokken). Diese bilden die Darmflora und erfüllen wichtige Verdauungsfunktionen wie zum Beispiel den weiteren Abbau der Eiweiße und Eiweißbestandteile durch bakteriell ausgelöste Fäulnis.
Als Produkte dieser Fäulnis entstehen biogene Amine (zum Beispiel Histamin, aber auch das giftige Indol), Schwefelwasserstoff, Methan und Wasserstoff.

Weiterhin wird der weitere Abbau der Kohlenhydrate durch Gärung betrieben. Hier entstehen Gärungsprodukte wie Essigsäure, Alkohol, Milchsäure, Wasser und Kohlendioxid.
Eine weitere Funktion der Bakterien der Darmflora ist der Abbau der Gallenfarbstoffe.

Im Normalfall besteht ein Gleichgewicht zwischen Gärung und Fäulnis. Ist dieses jedoch gestört, kommt es unweigerlich zur Ausscheidung gärender oder faulender Stühle.

Die Menge der ausgeschiedenen Faeces beträgt bei adäquater Ernährung etwa 150 Gramm pro Tag. Er setzt sich aus 75–80 % Wasser und 20–25 % fester unverdaulicher Bestandteile (Cellulose, unlösliche Calcium- und Eisensalze, Bakterien, Schleim, Fett, abgeschilferte Epithelien) zusammen.

Seine Farbe wird durch die verbliebenen Gallenfarbstoffe bestimmt, während der Geruch durch den während der Verdauung entstandenen Schwefelwasserstoff sowie organische Säuren entsteht. Die Stoffe Indol, Scatol und der durch die Gärungsprodukte entstandene pH-Wert sind ebenfalls an der Geruchsbildung beteiligt.

Die Motorik des Dickdarms bewirkt innerhalb des Verdauungsprozesses eine weitere Durchmischung des Darminhaltes durch langsames Fortschreiten der Ringmuskelkontraktion und rhythmischer Segmentierung. Außerdem ist sie für den Weitertransport des Darminhaltes in das Rektum verantwortlich. Zu diesem Zweck laufen zwei bis drei Mal täglich starke peristaltische Kontraktionen vom Caecum über das gesamte Colon. Dieser Vorgang findet gewöhnlich nach der Nahrungsaufnahme statt.
Im Vergleich zum Dünndarm erfolgt der Transport des Nahrungsbreis innerhalb des Dickdarmes relativ langsam (durchschnittlich 10–18 Stunden).

Eine weitere Funktion der Dickdarmmotorik ist die Stuhlentleerung (Defäkation). Bei dieser spricht man von einem willkürlich beeinflussbaren reflektorischen Vorgang. Nach zunehmender Füllung des Rektums als Endpunkt des Verdauungstraktes entsteht ein erhöhter Druck, der die Dehnungsrezeptoren der Darmwand reizt.

Die so entstehenden Aktionspotentiale werden in das zuständige Reflexzentrum im Sakralmark weitergeleitet. Dieses Reflexzentrum kann bei Menschen etwa ab dem zweiten Lebensjahr von der Großhirnrinde kontrolliert werden. Wird dieses Reflexzentrum stimuliert, wird die Darmentleerung eingeleitet. Hierzu wird der äußere Schließmuskel willkürlich entspannt und dadurch die Bauchpresse erzeugt. Gleichzeitig führen parasympathische Efferenzen zur unwillkürlichen Erschlaffung des inneren Schließmuskels. Daraufhin kommt es zur Kontraktion der Ring- und Längsmuskulatur des Darmes, was zu dessen Entleerung führt.

In der Regel findet einmal täglich der Stuhlgang statt, oft nach der Einnahme von Mahlzeiten (Gastrokolonreflex). Jedoch ist auch eine täglich mehrfach stattfindende Defäkation möglich und ungefährlich, solange dabei kein krankhafter Stuhl auftritt.

Innerhalb des Dickdarms findet die Resorption von Vitaminen, Mineralstoffen und Wasser statt. Diese erfolgt im Falle der fettlöslichen Vitamine (zum Beispiel K, A, E und D) in gleicher Weise wie die Fettresorption. Vitamin C und B2 gelangen durch Diffusion ins Blut. Wasser und Natrium werden hauptsächlich im Duodenum und Jejunum durch Diffusion aufgenommen, während Calcium und Magnesium überwiegend aktiv resorbiert werden. Diese Resorption wird durch die beiden darmeigenen Hormone Calcitonin und Parathormon gesteuert.

Die Calciumresorption kann ausschließlich unter Anwesenheit von Vitamin D stattfinden, dessen aktive Form unter Mitwirkung von Haut und Niere bei Lichteinwirkung entsteht.
Das für den Körper wichtige Eisen wird aktiv im oberen Dünndarm aufgenommen.

Die Resorption der Verdauungsprodukte erfolgt stets aktiv mithilfe von Trägersubstanzen oder passiv durch Diffusion. Der Hauptresorptionsort des Körpers ist, dank seiner sehr großen Oberfläche, der obere Dünndarm. Prinzipiell sind alle lebensnotwendigen Nahrungsbestandteile resorptionsfähig.
Gleichzeitig besitzt die gesamte Schleimhaut des Verdauungstraktes ebenfalls die Fähigkeit, die lebensnotwendige Resorption auszuführen. Aus diesem Grund besteht auch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung durch sogenannte Nährklistier über die Dickdarmschleimhaut.

Erkrankungen des Darmsystems

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die sich in Form einer chronischen granulomatösen Entzündung des Verdauungstraktes darstellt. Diese Entzündung kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen, beginnend mit der Mundhöhle bis zum Afterausgang. Bevorzugt befallen werden Dünn- und Dickdarm.

Typische Symptome sind Bauchschmerzen und Durchfall, welcher auch in blutiger Form auftreten kann. Im späteren Verlauf sind auch Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber möglich. Es können Fisteln und Abszesse am After auftreten, und durch die Entzündung ist ein Anstieg der weißen Blutkörperchen labordiagnostisch nachweisbar.

Bei einer Erkrankung im Kindesalter können Wachstumsverzögerungen auftreten.

Colitis Ulcerosa

Die Colitis Ulcerosa ist ebenfalls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die durch den Befall entzündungsbegünstigender Bakterien des Colons hervorgerufen wird. Im Gegensatz zu Morbus Crohn ist hier nur der Dickdarm betroffen und die Entzündung auf die Darmschleimhaut beschränkt.
Häufige Symptome sind wiederkehrender Durchfall, Darmblutungen und Koliken, die auch zur Stuhlinkontinenz führen können.
Colitis Ulcerosa verläuft häufig in akuten Schüben.

Durchfall (Diarrhoe)

Diarhhoe ist die Abgabe von zu flüssigem Stuhl und kann ein Symptom einer Vielzahl von Erkrankungen wie zum Beispiel Infektionen und Vergiftungen aber auch von Tumoren sein. Je nach Dauer des Durchfalls kann zwischen einer akuten und einer chronischen Diarrhoe unterschieden werden (akut: maximal drei Wochen, chronisch: über drei Wochen).
Durchfälle können mit akuten Krampfzuständen der Darmmuskulatur einhergehen.

Verstopfung (Obstipation)

Als Obstipation bezeichnet man eine erschwerte Darmentleerung, die weniger als dreimal wöchentlich stattfindet. Die akute Obstipation ist relativ selten und geht häufig mit heftigem Schmerz und angeschwollenem Bauch einher. Im Extremfall kann sie bis zum Erbrechen des vom Darm nicht ausscheidbaren Kots führen (Darmverschluss (Ileus)).
Von einer chronischen Verstopfung wird gesprochen, wenn über ein Quartal der Stuhlgang regelmäßig ausbleibt und/oder starkes Pressen zur Darmentleerung notwendig ist.

Blähung (Flatulenz)

Eine Flatulenz ist eine vermehrte Entwicklung von Gasen innerhalb des Darms, wie zum Beispiel Methan, Schwefelwasserstoff oder andere Gär- und Faulgase. Nach ihrer Bildung kommt es zum rektalen Entweichen der Gase. Können sie nicht direkt entweichen, besteht die Gefahr schmerzhafter Krämpfe im Bauch- und Darmbereich.
Im Normalfall sind Flatulenzen eine ungefährliche, regulierende Körperfunktion, die sogar zur Darmgesundheit beitragen. Lediglich bei starken Gerüchen und unnatürlich häufigem Auftreten der Darmwinde, sollte eine ärztliche Diagnostik zur Abklärung stattfinden.

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