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Die menschliche Lunge

Die Lunge

Das Atmungsorgan des Menschen ist die Lunge. Dabei übernimmt das Organ den Gasaustausch – im Rahmen jenes Prozesses wird frischer Sauerstoff gegen schon verbrauchtes Kohlendioxid getauscht.

Die Lunge, eines der wichtigsten Organe des Menschen, ist jedoch auch krankheitsanfällig. In vielen Fällen wird die Gesundheit der Lunge aber durch das Verhalten des Menschen gefährdet; vor allem Tabakkonsum schadet dem Atmungsorgan.

Die Aufgabe der Lunge

Die wesentliche Aufgabe ist der sogenannte Gasaustausch. Der Stoffwechsel sorgt für ein Verbrauchen von Sauerstoff; Kohlendioxid entsteht, welches in die Kategorie „Abfallprodukt“ eingeordnet werden kann.

Kohlendioxid ist, vor allem in höheren Dosen, lebensgefährlich. Der Mensch atmet Kohlendioxid aus und erhält im gleichem Zug frischen Sauerstoff, der in weiterer Folge das Blut versorgt. Bei der Lunge handelt es sich um ein poröses und elastisches Organ, welches sich ausdehnen und zusammenziehen kann, sodass im Rahmen der Atmung das verbrauchte Kohlendioxid ausgestoßen und gegen frischen Sauerstoff getauscht wird.

Das respiratorische System sorgt in weiterer Folge für die Blutversorgung der anderen Organe; die Lunge steht in Verbindung mit dem Herzen und seinen Blutgefäßen.

Der Aufbau des Organs

Die menschliche Lunge zählt zu den lebenswichtigen Organen und ist für die Sauerstoffaufnahme sowie -versorgung zuständig. Der Aufbau ist paarig; das Organ besteht aus einer linken und rechten Lunge, wobei hier umgangssprachlich immer wieder vom linken und rechten Lungenflügel die Rede ist.

Die rechte Lunge ist größer. Das Gesamtgewicht des Organs beträgt in etwa 1,2 Kilogramm. Beide Lungen sind in Lungenlappen unterteilt, welche sich aus verschiedenen Segmenten zusammensetzen. Das verästelte Netz, das von der Luftröhre ausgeht, endet in Lungenbläschen (Alveolen), welche in weiterer Folge mit den feinen Blutgefäßen verwebt sind. Hier findet der tatsächliche Gasaustausch statt.

Die Atmung

Das vegetative Nervensystem steuert die Atmung. Die Atmung ist nur dann möglich, wenn eine koordinierte Muskelarbeit entsteht. Atmet der Mensch ein, zieht sich sein Zwerchfell zusammen, sodass sich der Brustkorb vergrößert. Die Vergrößerung beträgt zwischen 0,5 und 0,75 Liter; die Lunge dehnt sich aus und ein Unterdruck entsteht. Damit jener ausgeglichen werden kann, strömt in weiterer Folge Luft in die Lunge. Die Atemwege füllen sich und versorgen – über die Bronchien – die Lungenbläschen mit neuer Luft.

Dabei entsteht der Gasaustausch. Kohlendioxid fließt in die Lunge, wird im Organ mit Sauerstoff angereichert und kann danach wieder in den Körper abfließen und die anderen Organe mit Sauerstoff versorgen. Der Mensch atmet das Kohlendioxid aus, wobei die Ausatmung einen passiven Prozess darstellt: Entsteht in der Lunge ein Überdruck, entspannt sich die Muskulatur, sodass Luft ausströmen kann.

Die Ausatmung wird – durch die Brustmuskulatur – aktiv beeinflusst. Damit sich die Lunge ausdehnen und danach wieder zusammenziehen kann, ist die dünne Haut verantwortlich, die zwischen Lunge und Brustkorb liegt. Dabei handelt es sich um die Pleura, dem Lungen- und Rippenfell.

Die Entwicklung des Organs

Die Lunge entwickelt sich bereits im Mutterleib; mit Mitte des zweiten Lebensjahres ist die Entwicklung zur Gänze abgeschlossen. Bei Ungeborenen spricht man von drei Entwicklungsstadien:

  • Pseudoglanduläre Periode: Das Lungengewebe hat – in den ersten vier Entwicklungsmonaten – einen drüsenartigen Charakter
  • Kanalikuläre Periode: Zwischen viertem und sechstem Monat werden die Bronchiolen und Bronchien zu Kanälen
  • Aleveoläre Periode: Ab dem siebtem Monat teilen sich die sogenannten Alveolargänge; am Entwicklungsende bilden sich die Lungenalveolen.

Bevor das Baby geboren wird, ist die Lunge mit einer Flüssigkeit gefüllt, die erst nach zwei Lebenstagen vom Körper aufgenommen wird, sodass sich die Lunge „leert“.

Mögliche Erkrankungen

Die Lunge kann von zahlreichen akuten, jedoch auch chronischen Krankheiten betroffen sein. Zu den bekanntesten bzw. häufigsten Krankheiten gehören:

  • Asthma bronchiale: Eine chronische Erkrankung, die vor allem eine Überempfindlichkeit der Atemwege darstellt; allergisches Asthma tritt vorwiegend im Kindesalter auf, wobei schweres Asthma im höheren Alter in Erscheinung tritt.
  • COPD: Eine chronisch obstruktive Erkrankung der Lunge, die sich im Laufe der Jahre entwickelt; typische Symptome sind Atemnot, Auswurf und starker Husten. Das Risiko, an einer COPD zu erkranken, wird durch Tabakkonsum erhöht.
  • Chronische Bronchitis: Die Bronchialschleimhäute sind dauerhaft entzündet; auch hier wird das Risiko, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken, durch das Rauchen diverser Tabakwaren erhöht.
  • Lungenentzündung: Bakterien, Pilze oder Viren können für ein entzündetes Lungengewebe sorgen; auch eingeatmete Fremdkörper und Umweltgifte können eine Pneumonie – eine Lungenentzündung – auslösen.
  • Tuberkulose: Das Mycobacterium tuberculosis verursacht jene, in Mitteleuropa eher selten auftretende, Krankheit; es handelt sich dabei um eine Infektionskrankheit.
  • Sarkoidose: Greift vorwiegend die Lunge an, attackiert aber auch andere Organe im Körper (etwa die Bauchspeicheldrüse, Augen, Lymphknoten, Herz, Leber, Milz, etc.).
  • Lungenödem: Bei Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge spricht der Mediziner vom sogenannten Lungenödem – dem Wasser in der Lunge.
  • Lungenkrebs: Eine bösartige Neubildung, die in der Lunge sowie in den Bronchien möglich ist und zu den häufigsten Krebserkrankungen der Welt zählt. Dabei unterscheidet der Mediziner kleinzellige und nicht-kleinzellige Lungenkarzinome.

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